Eine Kultur des Friedens stärkt Menschen und Gruppen, um mit Konflikten offen, gewaltfrei und konstruktiv umzugehen. Da der Frieden in unserer Gesellschaft und global stets gefährdet ist, sind ständige Anstrengungen notwendig, um zu wechselseitiger Verständigung und Konfliktbewältigung zu kommen. Dies gilt insbesondere für Konflikte in und zwischen Gruppen angesichts von sozialen, wirtschaftlichen und politischen Spannungen und zunehmender kultureller und religiöser Vielfalt. Diese Vielfalt kann eine Quelle für Abgrenzung oder Ausschluss sein, bildet aber auch eine Ressource für den Dialog.
Die Initiative „Friedensbildung/ Peacebuilding der Universität Hamburg“ bietet im WS 2011/12 wieder ein entsprechendes Lehrangebot an. Die Initiative wird durch Hochschullehrer und Hochschullehrerinnen unterschiedlicher Bereiche in Zusammenarbeit mit dem Carl Friedrich von Weizsäcker-Zentrum für Naturwissenschaft und Friedensforschung (ZNF) getragen:
Unsere Initiative konzentriert sich auf die Analyse und Bearbeitung von Friedens- und Konfliktpotenzialen in und zwischen Gruppen – mit Schwerpunkt auf kulturellen und religiösen Thematiken und auf Konflikttransformation in Nachkriegsgesellschaften. Zentral ist die Entwicklung und Vermittlung von Methoden zur Konfliktprävention, zur Konfliktvermittlung (Mediation), zur konstruktiven Konfliktbewältigung und zur Versöhnung, also ein umfassender Ansatz der Friedensbildung (Peacebuilding). Dabei kann auf langjährige Forschungsarbeiten in den Bereichen Kommunikationspsychologie, psychotherapeutische Traumabearbeitung, interreligiöser Dialog, Friedenstheologie/Friedensethik, Völkerrecht und politische Wissenschaft aufgebaut werden.
Die Veranstaltungen bieten - Studierenden aller Fakultäten im freien Wahlbereich - verschiedene Fachperspektiven an, um ein interdisziplinäres Gesamtangebot zu verwirklichen.
In diesem Rahmen kann ein einjähriges Curriculum Friedensbildung-Peacebuilding (12 LPe) studiert werden, bestehend aus einer Ringvorlesung und einem
Theorieseminar im Wintersemester sowie einem Anwendungsseminar und einer
Sommer-Universität (3 Tage Ende August/ Anfang September) im Sommersemester.
Zum Wintersemester 2011/2 beginnt ein neuer Durchgang des Curriculums. Bewerbungsschluss ist der 20.08.2011
Ulrike Borchardt, Dr. phil, ist Diplom-Politologin und Lehrkraft für besondere Aufgaben im Bereich Internationale Beziehungen an der Universität Hamburg, Fakultät für Sozialwissenschaften, Institut für Politikwissenschaft und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung (AKUF) an der Universität.
Angelika Dörfler-Dierken ist apl. Prof. für Kirchengeschichte mit den Schwerpunkten Frömmigkeit und Politische Ethik. Sie ist Wissenschaftliche Direktorin am
Sozialwissenschaftlichen Institut der Bundeswehr.
Fernando Enns ist Professor für Systematische Theologie an der Freien Universität Amsterdam
und Leiter der Arbeitsstelle Theologie der Friedenskirchen im Fachbereich Evangelische Theologie der Universität Hamburg. F. Enns forscht und lehrt zum Potential von Gewalt(
freiheit) in Religion und Theologie.
Fionna Klasen ist promovierte Diplom-Psychologin und Leiterin des Research Center Children for Tomorrow am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Sie hat mit einem Projekt zu Traumatisierung und Rehabilitation von Kindersoldaten im nördlichen Uganda promoviert.
Gordon Mitchell ist Professor für Religion und Interkulturelle Bildung an der Fakultät für Erziehungswissenschaft, Psychologie und Bewegungswissenschaft. Schwerpunkte in Forschung und Lehre sind das Verhältnis zwischen ästhetischer und politischer Bildung sowie Philosophie- und Religionspädagogik.
Alexander Redlich forscht und lehrt als Professor am Fachbereich Psychologie zum kommunikativen Umgang mit zwischenmenschlichen Konflikten innerhalb und zwischen sozialen Gruppen. www.beratung-u-training.de
Wolfgang Schreiber, Diplom-Mathematiker. Er ist Leiter der Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung
(AKUF) am Institut für Politikwissenschaft der Universität
Hartwig Spitzer ist Prof. i. R. im Fachbereich Physik und Vorsitzender der Gemeinsamen Kommission Naturwissenschaft und Friedensforschung sowie assoziiertes Mitglied des ZNF. Er arbeitet u.a. zu vertrauensbildenden Maßnahmen in der Rüstungskontrolle (Open Skies–Vertrag).
Kerstin Stellermann, Dr. med., ist Oberärztin in der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und
Psychotherapie des Kinder- und Jugendalters im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.
Wolfram Weiße ist Professor für Religionspädagogik mit Schwerpunkt interreligiöser Dialog und Direktor der Akademie der Weltreligionen. In der Akademie sind Theologien der Weltreligionen (mit Schwerpunkt Islam) in einer Dialogorientiertheit vertreten. (www.zwid.uni-hamburg.de)
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