2 st., Ringvorlesung
ab Do 21.10.2010, 16:15-17:45
VMP 6, Hörsaal C
Einführung Ringvorlesung
Formalien Ringvorlesung
Koordination: Ulrike Borchardt (Inst. für Politische Wissenschaft), Hartwig Spitzer (Dept. Physik und ZNF) (Programm: siehe Homepage ZNF)
Die auf zwei Semester angelegte Ringvorlesung ist Teil des interdisziplinären Lehrangebots "Friedensbildung/Peacebuilding", dessen Ziel die Einrichtung eines einjährigen Curriculums Friedensbildung für BA Studierende im Wahlbereich sein soll. Im Unterschied zu den bisherigen Ringvorlesungen der vom Initiativkreis Friedensbildung durchgeführten Ringvorlesungen zum Thema besteht in diesem und im folgenden Semester die Möglichkeit im Rahmen einer Klausur Leistungspunkte für den Wahlbereich Friedensbildung zu erwerben. Beginnend mit der Geschichte der Friedensidee und ihrer Umsetzung in Europa von der Antike bis zur Gegenwart sollen im Wintersemester Grundlagen, Konzepte und Fallbeispiele im Bereich Friedensbildung erläutert werden. Im Rahmen der auf zwei Semester angelegten Ringvorlesung besteht die Möglichkeit über eine Klausur Leistungspunkte für den Wahlbereich "Friedensbildung" zu erwerben.
In dieser Ringvorlesung stellt die Initiativgruppe Friedensbildung/ Peacebuilding der Universität Ansätze für Friedensprozesse aus der Sicht eigener Forschungsarbeiten vor.
Hier finden Sie das detallierte Programm zur Ringvorlesung
2 st., Theorieseminar [30]
ab Mo 18.10.2010, 16:15-17:45
VMP 5, Raum 3034
Angelika Dörfler-Dierken (Sozialwissenschaftliches Institut der Bundeswehr), Wolfgang Schreiber (Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung (AKUF), Univ. Hamburg), Hartwig Spitzer (Dept. Physik und ZNF)
Frieden, Krieg, Gewalt und Konflikt sind die zentralen Begriffe der Friedens- und Konfliktforschung. Ein jeder dieser Begriffe kann verschieden definiert werden - und die jeweils gewählte Definition strukturiert den Blick auf die Phänomene. Deshalb führt das Seminar in die Definitionen nicht nur ein, sondern diskutiert Begriffe wie "Gerechter Krieg", "Gerechter Frieden", Strukturelle Gewalt", Konflikttransformation" und "Versöhnungsprozesse" jeweils auch kritisch. Vertieft wird die Perspektive durch Bild- und Tondokumente zu prägenden Persönlichkeiten der Forschung und die Analyse bezeichnender Schlüsseltexte von Psychologen, Theologen, Philosophen und Politikwissenschaftlern.
2st., Blockseminar [30]
Vorbereitungstermin Fr. 25.02.2011, 18:00-21:00
VMP 5, Raum 3034
Kompakt: 07.03.2011, 08.03.2011, 09.03.2011, jeweils 09:00-18:00
VMP 5, Raum 3034
Mariska Kappmeier, Alexander Redlich/ Fachbereich Psychologie
Der Begriff Großgruppenkonflikte beschreibt Konflikte, die nicht nur zwischen einzelnen Individuen stattfinden, sondern zwischen Menschen, die die gleiche Gruppenidentität teilen. Konzepte wie Gruppenidentität, Arbeiten mit Repräsentanten oder kulturelle Unterschiede prägen die Arbeit mit dieser Art Konflikte. Zwischenmenschliche Konflikte gründen sich auf Unterschieden in den Interessen, aber auch im Denken, Fühlen, Verhalten und in Werthaltungen der Beteiligten, d.h. in (sub)kulturellen Unterschieden. Wie wird speziell in Großgruppenkonflikten vermittelt? Welche besonderen Anforderungen stellen sich den Moderatoren, aber auch den Teilnehmenden?
Die Teilnehmenden lernen im Seminar verschiedene Vermittlungsansätze in anwendungsorientierten Demonstrationen und Übungen kennen. Der Fokus des Seminars ist anwendungsorientiert, die Studierenden haben die Möglichkeit sich in praktischen Übungen selber auszuprobieren.
Als Vorbereitung wird Basisliteratur zur Verfügung gestellt, die bis zum Seminar gelesen werden soll. Jede/r Teilnehmende hält im Seminar ein Kurzreferat.
Die Teilnehmenden werden gebeten, ihre Uni E-Mail Adressen zu überprüfen, da diese für die vorbereitende Kommunikation genutzt werden und sie sollten regelmäßig ihre STiNE-Nachrichten lesen. Gfs. richten sie eine Weiterleitung von ihrem STiNE- Account an ihre private E-Mailadresse ein.
2 st., Blockseminar [30]
Sa 30.10.2010, 10:00-15:00 und Sa/So 20.11./ 21.11.2010 jeweils 10:00-16:00
Alsterterrasse 1, Raum 527/ 528
Sofie Olbers M.A. Ethnologie/ Erziehungswissenschaft
Welche Kompetenzen brauchen wir um verstehend und friedensfertig handeln und kommunizieren zu können? Ausgangslagen und Lebensstile werden immer diverser. Denn Mobilität und soziale Durchlässigkeit, individualisierte Interessen, interkulturelle Begegnungen und Transkulturalität sind gegenwärtige Phänomene, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen.
Interkulturalität ist das neue Schlagwort, das voll im Trend ist. Um interkulturell kompetent zu werden, wird der Markt in den letzten Jahrzehnten mit Angeboten zu interkulturellen Trainings geradezu überschwemmt. Die dort vermittelten Inhalte wirken allerdings häufig reduzierend und schematisierend. Darum werden wir in dem Seminar Konzepte interkultureller Trainingsprogramme kritisch betrachten und der Frage nachgehen, was bei der Konzeption von interkulturellen Bildungsangeboten beachtet werden muss. An der Schnittstelle zu ästhetischer und politischer Bildung suchen wir gemeinsam nach ideenreichen Ansätzen, die interkulturelle Bildungsangebote ergänzen und erweitern können.
Das Seminar teilt sich in einen theoretischen Teil und einen praktischen Teil mit Besuchen von Bildungsprojekten. Zudem werden wir ausgewählte Übungen und Spiele der interkulturellen Kommunikation ausprobieren.
1 st., Blockseminar [30]
Fr 28.01.2011, 11.02.2011, 25.02.2011, 13:00-18:00
VMP 5, Raum 4032
Farzaneh Zahed/ LL.M. International Law
Under this title, we are going to study firstly about the meaning of peace in International human rights, and secondly the emphasis of the international documents on human rights to peace, which means the global human rights documents in which the right to peace has been stated and protected. In the third step the approach of the international community to peace building processes will be studied, as well as the role of the international organizations, especially the UN toward peace building. Finally, some examples in the recent decades as students' group works will be discussed.
Seit ihren Anfängen in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts hat sich die feministisch-theologische Forschung weiterentwickelt und verändert. Schon von Beginn an war sie nicht einheitlich, sondern vielfältig. Inzwischen sind neue Themenfelder und Fragestellungen hinzugekommen, dabei hat sich u.a. das Interesse auch von den so genannten Frauenthemen auf die Frage verschoben, wie Gender oder auch: die Geschlechterdifferenz in unterschiedlichen historischen und religiösen Zusammenhängen konstruiert wird.
Die Ringvorlesung möchte in diesem Kontext eine Art erneuter Standortbestimmung vornehmen; dabei wird es im ersten Teil um Themen aus den klassischen Gebieten christlich-universitärer Theologie gehen, im zweiten Teil sollen dann Stimmen aus anderen religiösen Zusammenhängen den Blick auf das Gesamtfeld erweitern.
Diese Vorlesungsreihe ist eine Kooperationsveranstaltung des Fachbereichs Evangelische Theologie der Universität Hamburg und der Akademie der Weltreligionen der Universität Hamburg.
Der Wiederaufbau von Nachkriegsgesellschaften hat sich für die internationale Gemeinschaft zu einer enormen Herausforderung entwickelt, bei der sicherheits- und entwicklungspolitische Dimensionen ineinander greifen. In Afghanistan, Bosnien, Liberia oder dem Kosovo bemühen sich internationale Akteure längst nicht mehr nur um die Durchsetzung bzw. Aufrechterhaltung eines fragilen Friedens. Vielmehr zählen mittlerweile auch Staatsbildung, Demokratisierung und Entwicklung zu den Zielen externer Intervention. Die Bilanz dieser Bemühungen ist jedoch gemischt und die Möglichkeiten des internationalen Engagements werden in der Politikwissenschaft gegenwärtig kontrovers diskutiert.
Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich das Seminar mit den Problemen und Widersprüchen des hochgradig internationalisierten Wiederaufbaus kriegsbetroffener Gesellschaften. Welche Effekte haben die internationalen Interventionen auf die lokale Politik in Nachkriegsgesellschaften? Welche Formen politischer Herrschaft entwickeln sich unter den Bedingungen internationaler Intervention? Was kann die internationale Hilfe leisten und wo sind ihre Grenzen?
Die Studierenden sollen sich mit Theorien der Internationalen Beziehungen und der Friedens- und Konfliktforschung auseinandersetzen sowie durch die Beschäftigung mit empirischen Fällen in vergleichender Perspektive ein Verständnis für die Problematik des Wiederaufbaus von Nachkriegsgesellschaften entwickeln.
Seminaranforderungen: Lektüre von Texten, Kurzreferate und Diskussion
Millionen von Kindern und Jugendlichen sind weltweit in Kriegs- und Krisengebieten traumatischen Erlebnissen ausgesetzt. In dem Seminar werden psychologische Konstrukte (Trauma, (komplexe) Posttraumatische Belastungsstörung, Resilienz) und Interventionstechniken (Psychological First Aid, Traumatherapie) dargestellt und diskutiert. Die Inhalte werden durch Filme, Übungen und Praxisberichte aus der Arbeit mit Flüchtlingskindern in Hamburg und Kindersoldaten in Uganda vertieft.
Zu den Pionieren des Ansatzes einer restaurativen Gerechtigkeit gehört der nordamerikanische Professor of Humanities and History, Howard Zehr. Seit 1979 war Zehr Direktor des US-Büros für Strafrecht des mennonitischen Hilfswerks. In dieser Funktion entwickelte er das erste Täter-Opfer-Ausgleich Programm in den U.S.A.
Seine Hauptthese lautet: Die gängigen Strafrechtsverfahren, die auf einem retributiven (vergeltenden) Gerechtigkeitsverständnis basieren, sind in ihrer Technisierung hoch mythologisiert und mystifiziert. Dadurch werden die tatsächlich betroffenen Personen, Opfer und Täter, mit ihren individuellen Geschichten und Erlebnissen nicht ausreichend sichtbar und die betroffene Gemeinschaft gerät ganz aus dem Blickfeld.
Solche Prozesse sind nicht dazu angetan, Gemeinschaften und zerbrochene Beziehungen wieder herzustellen und Frieden zu schaffen, sondern führen eher zu weiteren Polarisierungen innerhalb von Gemeinschaften. Dieser Ansatz wird inzwischen in vielen Rechtssystemen zumindest ansatzweise bereits umgesetzt.
Im Wintersemester wird Prof. Zehr in Hamburg zu Gast sein. Im Blockseminar soll sein Ansatz vorgestellt und mit ihm diskutiert werden. In zwei darauf folgenden Vorlesungen (im Rahmen der Ringvorlesung Friedensbildung, s.o.) wird der Ansatz weiter vertieft, diskutiert und kritisiert.
Literatur zur Vorbereitung:
Howard Zehr, Changing Lenses. A New Focus for Crime and Justice. Scottdale/PA: Herald Press 1990.
Der mennonitische Theologe John Howard Yoder aus den U.S.A. gilt als der einflussreichste Theologe der Friedenskirchen im 20. Jahrhundert. Nach den Erfahrungen des II. Weltkrieges wurde er in den ökumenischen Diskussionen zur Friedensethik bald weltweit bekannt, weil er für eine Theologie argumentierte, die vom christlichen Bekenntnis her eine klare Absage an Krieg und Gewalt formulierte. Sein gesamtes theologisches Denken, von den Prolegomena über Christologie und Ekklesiologie, bis hin zur Eschatologie untermauert eine Ethik der Gewaltfreiheit und stellt so einen genuinen theologischen Ansatz dar, der in anderen Ländern zu den Kerncurricula gehört. Die größte Nähe erkannte Yoder selbst in Bewegungen wie der Bekennenden Kirche in Deutschland.
Die Übung bringt Schlüsseltexte dieser Theologie Yoder´s zur Kenntnis, die in der LV diskutiert und kritisiert werden sollen. Die Bereitschaft zur Lektüre auch englischer Texte wird vorausgesetzt.
Lektüre zur Vorbereitung:
Fernando Enns, Friedenskirche in der Ökumene. Mennonitische Wurzeln einer Ethik der Gewaltfreiheit. Kirche – Konfession – Religion Bd. 46, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2003, Kap. III (156-200).
Im Mai 2011 findet die internationale ökumenische Friedenskonvokation 2011 in Kingston / Jamaika statt. Dieses ökumenische Großereignis im Leben des Weltrates der Kirchen markiert den Höhepunkt der ökumenischen Dekade zur Überwindung von Gewalt 2001-2010. Kirchen für Frieden und Versöhnung. In den vergangenen zehn Jahren hat der Weltrat der Kirchen versucht, das Thema der Gewaltüberwindung vom Rand ins Zentrum des Lebens und Handelns der Kirchen zu bringen. Auf dem Weg zur abschließenden Konvokation wird nun eine ökumenische Friedenserklärung erarbeitet, deren zweiter Entwurf bereits vorliegt (an der Entstehung des ersten Entwurfs waren Studierende der Universität Hamburg beteiligt).
Das Seminar vermittelt einen Überblick über die theologischen Hauptthemen der Dekade zur Überwindung von Gewalt, diskutiert friedensethische Fragen, die in der Ökumene weiterhin umstritten sind und begleitet die Vorbereitungen auf die Friedenskonvokation (Fernando Enns ist Vorsitzender des Planungsausschusses). Die Großthemen in Jamaika werden sein:
Unterrichtung von Ärzten, Krankenschwestern, Pädagogen, Psychologen und Versorgungsunternehmen in Nachkriegsgesellschaften.
In Kooperation mit der Universität Tromsö, Norwegen (Medicalpeacework.org)
Näheres über Dr. Kerstin Stellermann: ksteller@uke.uni-hamburg.de
Stereotypenbildung in Selbst- und Fremdwahrnehmung ist ein weit verbreitetes gesellschaftliches Phänomen und führt oft zu rassistischen Tendenzen und gesellschaftlichen Konflikten. Indem sich die Studierenden gestalterisch mit ihren eigenen und fremden Vorurteilen und Stereotypen auseinandersetzen, wird angestrebt, einen Beitrag zum Vorurteilsabbau zu leisten. Der Workshop findet voraussichtlich gemeinsam mit Schüler/innen statt.
Bewerbung mit einer kurzen Begründung Ihrer Motivation bis 1.8.2010 an:
artpeace2010@googlemail.com
Alle Informationen als PDF