Friedensbildung stärkt die Wahrnehmung und vermittelt Fähigkeiten zum konstruktiven
Umgang mit Konflikten. Konflikte entstehen immer wieder neu. In dieser Vorlesung
werden eine Reihe von Konfliktfeldern vorgestellt und es werden Ansätze zu
ihrem Verständnis und zu ihrer konstruktiven Bearbeitung vermittelt.
Das Thema wird hier in einem doppelten Sinn verstanden: Zum einen wird Bildung
als Arbeit an der Kultivierung der Gesellschaft und der eigenen Biografie verstanden
(Martin Kahl), zum anderen bedeutet Friedensbildung auch die theoriegeleitete Praxis
der friedlichen Klärung und nachhaltigen Lösung von politischen und sozialen
Konflikten.
Die einzelnen Präsentationen der Vortragenden:
Folien zur Einführung am 20.10.2011.
Seminarablauf und Klausuranforderungen
Am 27.10.2011
Prof. Dr. Angelika Dörfler-Dierken
Prof. Dr. Hartwig Spitzer
Frieden von unten. Die Friedensbewegung der 1980er Jahre. Vorläufer und Nachfolger.
Am 03.11.2011
Prof. Dr. Cord Jakobeit
Grundlagen der europäischen Friedensordnung seit 1945 - Europarat, NATO, EU, OSZE.
Am 10.11.2011
Bürgerkrieg und Friedensprozess in Nordirland.
Dr. Corinna Hauswedell
Der nordirische Friedensprozess (Dossier)
Literaturangaben zum Nordirlandkonflikt
Dr. Nils Zurawski, Universität Hamburg
Links und Literaturtipps
Am 17.11.2011
Dieter Lünse
Gewaltprävention in Hamburger Schulen.
Leseempfehlungen
Am 24.11.2011
Barbara Franke und Dr. Birgit Wulff (UKE)
Umgang mit häuslicher Gewalt im arabischen Raum.
Am 01.12.2011
Dr. Sabine Kurtenbach
Jugendliche in gewaltsamen Lebenswelten des globalen Südens.
Am 08.12.2011
Prof. Alexander Redlich
Politisch-psychologische Konfliktmoderation - Beispiele aus Moldova und Palästina/ Israel.
Folien: Politisch-psychologische Moderation
Kelman: Conflict Moderation
Redlich: Konfliktmoderation
Am 15.12.2011
Prof. Fernando Enns
Restaurative Gerechtigkeit als Weg zur Friedensbildung und Versöhnung – unterschiedliche Rechtssysteme und Gerechtigkeitsstrukturen (Teil 1).
Präsentation
Text- und Literaturhinweise
Am 22.12.2011
Prof. Dr. Otmar Hagemann (Fachhochschule Kiel)
Restaurative Gerechtigkeit und Gemeinschaftskonferenzen
Präsentation
Am 12.01.2012
Dr. Ulrike Borchardt
Politische Umbrüche in arabischen Ländern 2011.
Zwei Texte zum Thema: Der Arabische Frühling | Proteste, Aufstände und Regimewandel in der arabischen Welt
Am 19.01.2012
Zur Menschenrechtsproblematik an den EU-Außengrenzen.
Dr. Ulrike Borchardt
Folien
Am 26.01.2012
Friedenssicherung als Menschenrecht – UN-Peacekeeping im Wandel (Afghanistan, Libyen).
Am 02.02.2012
Abschlussklausur.
Frieden, Krieg, Gewalt und Konflikt sind die zentralen Begriffe der Friedens- und Konfliktforschung. Ein jeder dieser Begriffe kann verschieden definiert werden - und die jeweils gewählte Definition strukturiert den Blick auf die Phänomene. Deshalb führt das Seminar in die Definitionen nicht nur ein, sondern diskutiert Begriffe wie "Gerechter Krieg", "Gerechter Frieden", Strukturelle Gewalt", Konflikttransformation" und "Versöhnungsprozesse" jeweils auch kritisch. Vertieft wird die Perspektive durch Bild- und Tondokumente zu prägenden Persönlichkeiten der Forschung und die Analyse bezeichnender Schlüsseltexte von Psychologen, Theologen, Philosophen und Politikwissenschaftlern.
Millionen von Kindern und Jugendlichen sind weltweit in Kriegs- und Krisengebieten
traumatischen Erlebnissen ausgesetzt. Zunehmend wird die Bedeutung von psychologischer
Expertise für Peacebuilding-Prozesse erkannt. In dem Seminar werden
psychologische Konstrukte (Trauma, (komplexe) Posttraumatische Belastungsstörung,
Resilienz) und Interventionstechniken (Psychological First Aid, Traumatherapie)
dargestellt und diskutiert, die in der Arbeit mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen
in Konfliktregionen von zentraler Bedeutung sind. Die Inhalte werden
durch Filme, Übungen und Praxisberichte aus der Arbeit mit Flüchtlingskindern in
Hamburg und Kindersoldaten in Uganda vertieft.
Jugendliche werden derzeit vermehrt als Akteure der Gewalt wahrgenommen. Die
dazugehörigen Debatten zu den Ursachen, Funktionen und Auswegen aus der Gewalt
finden je nach Kontext weitgehend voneinander getrennt statt. Das Seminar will
in diese Debatten einführen und vergleichend Überschneidungen, Gemeinsamkeiten
und Unterschiede in unterschiedlichen Weltregionen erarbeiten.
Terrorismus ist nicht erst seit Al-Kaida ein Frieden bedrohendes Phänomen. Doch
bedroht es den Frieden nicht nur durch ausgeübte Gewalt, sondern auch durch seine
weiter reichenden Konsequenzen. Terrorismus bringt u.a. die Strategien seiner Bekämpfung
hervor, die sich immer auch auf den Diskurs der Sicherheit berufen, welche
als Argument für die Überwachung und Kontrolle vieler Bereiche gesellschaftlichen
Lebens dienen. Das Seminar will die vielfältigen Zusammenhänge zwischen
den Aspekten an aktuellen und historischen Beispielen erörtern sowie zukünftige
Forschungsperspektiven zeigen.
Wie kann Gott das zulassen? ist eine stets wiederkehrende Frage vieler Glaubender
unterschiedlicher Religionen angesichts von Gewalt und Naturkatastrophen. Das
Alte Testament und in seinem Gefolge die jüdisch-christliche Tradition haben sich
nicht gescheut, Eifersucht, Zorn, Gewalt und Rache mit ihrem Gott in Verbindung zu
bringen
Gott selbst wird in die Katastrophen der eigenen Geschichte verwickelt
gesehen (Dietrich/Link). Ist Gott willkürlich oder gar gewalttätig? Ein rächender
Richter? Wie passt das zusammen mit Vorstellungen von Gott, der in seinem innersten
Wesen Liebe ist? Und vor allem: welche handlungsleitende Ethik hinsichtlich
Gewalt und Gewaltfreiheit erwächst aus den jeweiligen Gottesbildern?
Die 80er Jahre sind die Jahre großer Umbrüche in Ost und West. Die Friedensbewegung
erlebte ihren bisherigen Höhepunkt in den beiden deutschen Staaten, aber
auch weit darüber hinaus - im politischen Bereich ebenso wie in der Ökumene. Die
Veranstaltung wird anhand zeitgenössischer Quellen einen Einblick in die damaligen
Diskussionen und Ereignisse erarbeiten und zur Diskussion der Frage anregen, welche
theologischen und ethischen Argumentationen der damaligen Protagonisten über
die zeitgenössische Dimension hinaus von Bedeutung sind.
Unter Science Diplomacy wird die Rolle von Wissenschaft verstanden, zur Friedensbildung
und zur Völkerverständigung beizutragen. Dies kann etwa durch den Transfer
von Wissen und die Gewinnung von neuen Erkenntnissen geschehen, etwa zur
Konfliktbewältigung und zum Wiederaufbau in Nachkriegsgesellschaften oder fragilen
Staaten. Dies kann aber auch schon durch persönliche Begegnungen und nicht
zuletzt durch das Aufrechterhalten von Kommunikationswegen erreicht werden,
wenn auf dem diplomatischen Feld eisige Spannungen herrschen. Science Diplomacy
ist besonders gefragt für globale Herausforderungen der Menschheit, die einzelne
Länder alleine nicht lösen können, wie Klimawandel, Armut, Welternährung,
nukleare Proliferation oder Infektionsausbreitung.
Um diese Ziele durch verstärkte Wissenschaftsdiplomatie zu fördern, sind jüngst
zahlreiche Initiativen gestartet worden, u.a. von der Royal Society in England, von
der National Academy of Science, der American Association for the Advancement of
Science (AAAS) und auch vom Office of Science and Technology Policy des Weißen
Hauses in den USA.
Präsident Barack Obama hatte auf seiner Rede in Kairo am 4. Juni 2009 unter dem
Stichwort "The new beginning" verkündet, dass die USA ein neues Programm zur
partnerschaftlichen Entwicklung von Wissenschaft und Technologien in Ländern mit
muslimischer Mehrheit auferlegt werden.
In dieser Ringvorlesung werden Aktivitäten in Hamburg vorgestellt, die in dem hier
genannten Sinne als Science Diplomacy aufgefasst werden können. Das Ziel dieser
Veranstaltung ist einerseits beispielhaft zu zeigen, welchen Beitrag zu Frieden und
Völkerverständigung die Wissenschaft in Hamburg bereits leistet. Andererseits soll
angeregt werden, die passenden Forschungsaktivitäten in Hinblick auf das Leitbild
von Science Diplomacy auszuweiten und darzustellen. Das Carl Friedrich von Weizsäcker-
Zentrum für Naturwissenschaft und Friedensforschung (ZNF) der Universität
Hamburg möchte mit dieser Ringvorlesung den Impuls geben, ein gemeinsames
Selbstverständnis zu entwickeln, demzufolge die Internationalisierung der Universität
Hamburg mit den Zielen von Science Diplomacy eine zusätzliche Motivation erhält.
Based on a framework of human-environment interactions, the class will focus on the
security and conflict dimensions of natural resources and environmental change, in
particular climate change. Based on an analysis of the geographic distribution of natural
resources and environmental change, the conditions and factors of resource
conflicts will be critically assessed and discussed, referring to the literature on environmental
conflicts and the tragedy of the commons. Particular attention will be given
to the recent debate on climate change and security where a conceptual framework
will be presented on the complex climate-society interaction, with linkages between
climate stress, natural resources, human needs, societal stability and violent conflict.
To validate models and hypotheses on these relationships it is important to develop
indicators and data on instability and conflict events. Based on the assessment of
climate security risks by the German Advisory Council on Global Change, major
conflict constellations will be analyzed, including water scarcity, food insecurity, flood
disasters and environmentally-induced migration. A key issue will be the comparative
analysis of different regional case studies for hot spots of climate change and environmental
conflicts. After assessing the nexus of interrelated problems, a view will be
given to the emerging policy debates on resource conflicts and the securitization of
climate change and institutional processes to address these issues in security and
climate policy, including international negotiations. Finally, integrated approaches to
human-environment interactions and environmental policies will be introduced and
discussed, including climate change mitigation and adaptation, concepts of environmental
and human security, sustainable peace, international cooperation and conflict
management, global governance and stakeholder participation.