2st., Di 10:15-11:45 - Seminar
Sedanstraße 19, Raum 018
beginnt am 07.04.2009
Fernando Enns / Arbeitsstelle Theologie der Friedenskirchen
Die 9. Vollversammlung des Ökumenischen Weltrates der Kirchen 2006 (Porto A-legre/Brasilien) hat einen umfassenden Konsultationsprozess zur Ausarbeitung einer Ökumenischen Erklärung zum Gerechten Frieden ins Leben gerufen. Damit bekennt sich die Gemeinschaft der Kirchen nachdrücklich zur bleibenden Dringlichkeit ethischer wie theologischer Klärungen, die sich durch weithin herrschende Ungerechtigkeiten und Gewalt als Herausforderung ergeben.
Alle ethischen Fragen sind – aus der Perspektive des christlichen Glaubens – unmittelbar theologische Fragen, wie auch umgekehrt gilt: alle theologischen Fragen sind stets in ihren ethischen Implikationen zu bedenken. Seit ihren Anfängen ist die ökumenische Bewegung von friedensethischen Diskussionen motiviert, so dass sich die gesamte Geschichte der Ökumene aus dieser distinkten Perspektive nachzeichnen lässt. – Dies will das Seminar zeigen, wichtige Stationen des Prozesses vermitteln und die theologisch-ethischen Argumentationen zur Kenntnis bringen.
2st., Di 14:15-15:45 - Proseminar
Sedanstraße 19, Raum 018
beginnt am 07.04.2009
Stephan von Twardowski / Arbeitsstelle Theologie der Friedenskirchen
Die Frage nach "Versöhnung" und nach der Bedingung der Möglichkeit zur "Heilung der Erinnerung" begegnet heute vor allem im Zusammenhang mit der Aufarbeitung politischen und gesellschaftlichen Unrechts (wie etwa in Südafrika, Guatemala, Nordirland). Wie können tief eingebrannte Schäden und Traumata aufgearbeitet werden? Wie kann es zu einem Prozess gesellschaftlichen Neuanfangs kommen, in dem sowohl Opfer als auch Täter in Gerechtigkeit und Frieden miteinander leben können? Diese Zusammenhänge fordern nicht zuletzt die Theologie in grundlegender Weise heraus, da die Lehre von der Versöhnung (Soteriologie) eines der zentralen Themen der Theologie ist. In der intensiven Auseinandersetzung mit klassischen theologi-schen Ansätzen zur Versöhnungslehre (u.a. von Anselm von Canterbury, Peter Abälard, Martin Luther und Karl Barth) ist zu fragen, ob und inwiefern sich hieraus Orien-tierungen bieten für zwischenmenschliche Versöhnungsprozesse (Ethik).
Das Proseminar bietet eine Einführung in systematisch-theologisches Arbeiten. Anhand intensiver Textarbeit und daraus folgenden Diskussionen sollen die Grundlagen des Fachgebiets der Systematischen Theologie und die dafür notwendigen Methoden erlernt und zur Anwendung gebracht werden.
Vorgespräch 8.4.2009, 17:00-20:00 (Präsenz), ESA 1 – Hörsaal B
Alexander Redlich, Mariska Kappmeier / Fachbereich Psychologie
In einer Sommer-Uni vom 19.-21. August 2009 werden drei Experten der Friedens- und Konfliktarbeit (Sami Adwan, Jay Rothman und Vamik Volkan) eine Reihe von Workshops anbieten. Das Seminar ist für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Sommer-Uni vorgesehen. Vorbereitende Texte, die sich auf die Arbeit der drei Experten beziehen, werden online bearbeitet. In Einzelarbeit, Online-Kleingruppenarbeit und -Foren werden die verschiedenen Ansätze und Herangehensweisen der Experten an Friedens- und Konfliktarbeit behandelt. Es wird eine deutschsprachige und eine englische Version angeboten.
Information und Bewerbung bitte über: diesen Link
Den Veranstaltungsplan für die Sommer-Uni 2009 finden Sie hier.
Hauptseminar - Lernbereich Religion
Blockseminar 3.- 4. Juli und 10.- 11. Juli 2009
jeweils Freitags 13.15 - 18.00 und
Samstags 10.00 - 16.30.
Von-Melle-Park 8, Raum 06
beginnt am 03.07.2009
Ephraim Meir, Fachbereich Erziehungswissenschaft der Fakultät 4
In diesem Seminar befassen wir uns mit der Relevanz von drei großen jüdischen Denkern zum interkulturellen Dialog: Martin Buber, Franz Rosenzweig und Emmanuel Levinas. Teile aus Bubers Ich und Du führen in dialogisches Denken ein. Ebenso bietet Rosenzweigs Stern der Erlösung eine Möglichkeit, dialogisches Denken einzuüben, in dem sowohl der Dialog zwischen Gott und Menschen, als auch der Dialog zwischen Menschen einen zentralen Stellenwert einnimmt. Zusätzlich beachtet Ro-senzweig die Unterschiede zwischen Judentum und Christentum, die im Ergänzungsverhältnis und in einem kritischen Dialog zueinander stehen. Wir werden von dem Briefwechsel Rosenzweigs mit Gritli Rosenstock-Huessy lernen, was ein interre-ligiöser Dialog konkret meint. Schließlich werden wir durch die Lektüre von Levinas mit der Notwendigkeit von Differenz in Beziehungen und mit einer radikalen Interpretation des Judentums für Europäische Identität vertraut werden.
Die Auseinandersetzung mit Dialog bietet eine Grundlage für schulische Fragen des Religionsunterrichts und für Friedenserziehung.
2st., Seminar
Fr. 24.04.2009 15:00-19:00,
Fr. 26.06.2009 14:00-19:00,
Sa. 27.06.2009 10:00-17:00,
So. 28.06.2009 10:00-16:00,
Fachbereich Psychologie, VMP 5, WiWi 3034
Fionna Klasen, Kerstin Stellermann / Fachbereich Psychologie in Zusammenarbeit mit dem Research Center Children for Tomorrow am Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf
Millionen von Kindern und Jugendlichen werden weltweit Opfer von bewaffneten Konflikten und organisierter Gewalt und laufen dadurch aufgrund ihrer Erfahrungen Gefahr psychische Erkrankungen zu entwickeln. Flüchtlingskinder in Hamburg sind davon genauso betroffen wie Kindersoldaten in Afrika. Zunehmend wird auch von internationalen Organisationen die Bedeutung von psychologischen Interventionen in Kriegs- und Krisenregionen erkannt. In dem Seminar werden psychologische Kon-zepte (Trauma, Posttraumatische Belastungsstörung, Resilienz) und Interventionstechniken (Psychological First Aid, Traumatherapie) dargestellt und anschließend diskutiert, die in der Arbeit mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen in Konflikt-regionen von zentraler Bedeutung sind. Die Inhalte werden durch Filme, Übungen und Praxisberichte der Dozentinnen vertieft.
2 st., Blockseminar
Anfang Juli 2009
genauer Termin und Raum wird noch bekannt gegeben
bitte anmelden unter: stefan.oeter(at)jura.uni-hamburg.de
Stefan Oeter, Fakultät für Rechtswissenschaft, Martin Kahl, Institut für Friedensfor-schung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH)
In den vergangenen fünfzehn Jahren sind die Probleme prekärer, scheiternder bzw. gescheiterter Staaten zu einer wichtigen Thematik der Politikwissenschaft wie des Völkerrechts geworden. Die Staatengemeinschaft hat seit 1991 in einer Reihe solcher ´prekärer Staaten´ bzw. ´failed states´ interveniert, um gewaltsame Konflikte innerhalb der Staaten zu beenden und Hilfe zum Wiederaufbau staatlicher Institutionen zu leisten. Im Seminar sollen die unterschiedlichen Fallkonstellationen ´prekärer Staaten´ bzw. ´failed states´ untersucht werden. Die Probleme, die sich aus Interven-tionen externer Akteure ergeben sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Erfahrungen neuerer Bemühungen um den Wiederaufbau staatlicher Institutionen sollen analysiert werden.
2st, Seminar B (6LP)
Mo. 12-14, AP1 104.
Beginn: 06.04.09
Verwendbarkeit: Politikwissenschaft HMII.2 (M.A.), Hauptseminar (IB) in Dipl./Mag./LA
Michael Brzoska, Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Univer-sität Hamburg (IFSH) und Department Sozialwissenschaften
Seit den 1990er Jahren hat das internationale Engagement mit dem Ziel des Wie-deraufbaus und der Friedenskonsolidierung nach Kriegen deutlich zugenommen. Dabei sind verschiedene Formen externer Interventionen zum Einsatz gekommen, zum Beispiel was die Reichweite, Tiefe und Steuerung der gesellschaftlichen Trans-formation, die Mischung verschiedener ziviler und militärischer Instrumente sowie die Prioritätensetzung und zeitliche Abfolge des Konsolidierungsprozesses angeht. Allerdings ist die Erfolgquote niedrig geblieben. Im Seminar sollen unterschiedliche Konzepte externer Unterstützung der Nachkriegskonsolidierung und deren theoreti-sche Grundlagen, Probleme der internationalen Koordination und deren Ursachen sowie Erfolgsbedingungen diskutiert und an Hand von konkreten Länder-Fällen analysiert werden.