AiRisk
Projekt: AiRisk – Netzwerk zum Infektionsrisiko durch Luftübertragung
AiRisk: Staub als Übertragungsweg im One-Health-Kontext
Antimikrobielle Resistenzen zählen zu den drängenden Herausforderungen für Gesundheit, Landwirtschaft und Umwelt. Das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderte Forschungsnetzwerk AiRisk – Netzwerk zum Infektionsrisiko durch Luftübertragung untersucht die Rolle von Staub als möglichem Übertragungsmedium für resistente Bakterien und zoonotische Krankheitserreger. Der Verbund verfolgt einen One-Health-Ansatz: Gesundheit von Menschen, Tieren und Umwelt wird als eng miteinander verbunden verstanden.
AiRisk verbindet mikrobiologische, veterinärmedizinische, umweltwissenschaftliche, modellierungsbezogene und sozialwissenschaftliche Expertise. Das Netzwerk untersucht, ob und unter welchen Bedingungen Staubpartikel aus Tierhaltungen Mikroorganismen und Resistenzgene aufnehmen, über größere Distanzen transportieren und deren Überlebensfähigkeit beeinflussen können. Kontaminierter Staub wird charakterisiert, die gewonnenen Daten fließen in Modelle zur Ausbreitung und Risikobewertung ein. Parallel untersucht der Verbund mögliche Interventionsmaßnahmen, beispielsweise angepasste Desinfektionsverfahren, und entwickelt Ansätze zur Kommunikation der Ergebnisse an zuständige Behörden, Fachöffentlichkeit und Bevölkerung.
Das Netzwerk umfasst Partnerinstitutionen aus Forschung, Behörden und Praxis, darunter das Robert Koch-Institut (RKI; Koordination), Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e.V. (ATB), Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum (FZB), Leibniz-Institut für Troposphärenforschung e.V., Leipzig (TROPOS), das Carl Friedrich von Weizsäcker-Zentrum für Naturwissenschaft und Friedensforschung (ZNF) der Universität Hamburg (UHH) sowie das Technische Hilfswerk (THW). Laufzeit: April 2026 bis März 2031.
Teilprojekt am ZNF: Risiko- und Krisenkommunikationsstruktur für einen One-Health-Ansatz
Am Carl Friedrich von Weizsäcker-Zentrum für Naturwissenschaft und Friedensforschung (ZNF) der Universität Hamburg ist AiRisk mit einem Teilprojekt zur Entwicklung eines Krisenkommunikationskonzepts vertreten. Das Vorhaben verfolgt das Ziel, einen Beitrag zur Verbesserung der Prävention und der effektiven Reaktion im Rahmen des Infektionsschutzes zu leisten. Es adressiert die förderpolitischen Ziele der „Zukunftsstrategie Forschung und Innovation der Bundesregierung" (Mission III) sowie die Sustainable Development Goals (SDG 3).
Im Mittelpunkt steht die Entwicklung einer nachhaltigen und agilen Kommunikationsstruktur für die Risiko- und Krisenkommunikation. Diese berücksichtigt sowohl die bevölkerungsbezogene Perspektive als auch die organisatorischen Anstrengungen zur Pandemieprävention. Ziel ist eine effektive Kommunikation zwischen den verschiedenen Stakeholdern, von Überwachungsbehörden über Entscheidungsträger bis hin zur Öffentlichkeit.
Zu diesem Zweck wird ein integriertes Kommunikationsmanagementsystem konzipiert, das durch hypothetische Szenarien getestet und optimiert wird. Die Ergebnisse werden in einem umfassenden Handbuch zur Kommunikationsstruktur dokumentiert, das als Leitfaden für alle Beteiligten dient. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem RKI und dem THW wird die Vernetzung der Infektionsforschung gestärkt und ein Beitrag zur Umsetzung des One-Health-Ansatzes geleistet.
Das ZNF bringt hierfür seine Erfahrung an der Schnittstelle von Naturwissenschaft, Friedens- und Sicherheitsforschung sowie gesellschaftlicher Risiko- und Governanceforschung ein. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, dass Erkenntnisse aus der Forschung frühzeitig in Vorsorge, Krisenkommunikation und koordinierte Handlungsmöglichkeiten überführt werden können.
Förderung: Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)
Laufzeit: 1. April 2026 bis 30. März 2031
Projekt: AiRisk – Netzwerk zum Infektionsrisiko durch Luftübertragung
Ansprechpartner:
Dr. Gunnar Jeremias (Projektleitung)
Dr. Dunja M. Sabra
Dr. Johannes L. Frieß