Vom Mythos zum Logos und zurück: Cassirers Idee der Selbstdurchsichtigkeit
Wann: Mi, 29.04.2026, 18:15 Uhr bis 19:45 Uhr
Wo: Universität Hamburg, Philosophen-Turm, Von-Melle-Park 6, 20146 Hamburg, Hörsaal F
apl. Prof. Dr. Anne Pollok, Philosophisches Seminar, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Öffentliche Vorlesung im Rahmen des Allgemeinen Vorlesungswesens
Aspekte des Politischen bei Ernst Cassirer II: Freiheit und Norm
Cassirer-Lectures 02
Diese Ringvorlesung setzt die Auseinandersetzung mit Aspekten des Politischen im Werk von Ernst Cassirer (1874-1945) fort, einem der bedeutendsten deutschen Philosophen des 20. Jahrhunderts, dessen Andenken die Universität Hamburg ehren möchte. In Anspielung an Cassirers Schrift "Freiheit und Form" (1916), die er im Ersten Weltkrieg als kosmopolitisches Gegennarrativ zum völkischen Denken entwarf, verfolgen wir die ethischen, rechtlichen und politischen Implikationen, die sich seitdem in seinem Werk finden und in seinem letzten Werk "The Myth of the State" (posthum 1946) in einer Analyse der faschistischen Propagandatechnik verdichten.
Nach der Machtübernahme durch die Nazis in Deutschland emigrierte Cassirer 1933 und war in Schweden, England und den USA im Exil. Dadurch verlor die Universität Hamburg nicht nur ihren wichtigsten Philosophieprofessor und einen ehemaligen Rektor – das deutschsprachige Geistesleben verlor einen wichtigen Vertreter pluralistischer, republikanischer Werte und kritisch-aufklärerischen Denkens, das auch heute noch die Bedeutung des Zusammenhangs von Lebensformen, Mythos, Technik und Symbolischem im politischen Denken und Handeln zu begreifen hilft.
Anlässlich der geplanten Widmung des Innenstadtcampus der Universität Hamburg ehren wir den Namenspatron mit einer öffentlichen Vortragsreihe, die die politische Relevanz von Cassirers Philosophie und seinem Kulturbegriff, sowie mögliche Impulse für die heutige Gesellschaft in den Fokus stellt.
mittwochs 18:15 – 19:45 Uhr, Phil-Turm, Von-Melle-Park 6, Hörsaal F
Koordination: Sascha Freyberg, Dekanat Geisteswissenschaften, Universität Hamburg