Digitaler Humanismus und AI Literacy - eine bildungstheoretische Untersuchung
Wann: Fr, 30.10.2026, 13:00 Uhr bis 14:30 Uhr
Wo: Digital
Michael Pandey
Generative Künstliche Intelligenz verändert gegenwärtig Praktiken des Lehrens, Lernens und wissenschaftlichen Arbeitens an Hochschulen und wirft zugleich grundlegende Fragen nach menschlicher Autonomie, Verantwortung, Urteilsfähigkeit sowie generell dem Verhältnis von Mensch und Technik auf. Vor diesem Hintergrund gewinnt das Konzept der AI Literacy zunehmend an Bedeutung. Während dieses Konzept inzwischen über technische und anwendungsbezogene Kompetenzen hinausreicht und mittlerweile auch kritisch-ethische und gesellschaftliche Dimensionen umfasst, bleiben dessen anthropologisch-normative Voraussetzungen weitestgehend unreflektiert und werden in der Forschung kaum bildungstheoretisch diskutiert.
Das Dissertationsprojekt untersucht daher ausgewählte AI-Literacy-Konzeptionen aus bildungstheoretischer Perspektive und nimmt dabei die universitäre Lehrendenqualifizierung im Bereich Deutsch als Fremd- und Zweitsprache als epistemischen Kontext in den Blick. Als mögliche bildungswissenschaftliche Ressource für AI Literacy werden ausgewählte Positionen des Digitalen Humanismus, der digitale Transformation mit anthropologischen, normativen und gesellschaftlichen Fragen verbindet, untersucht. Die Untersuchung folgt hierbei dem Ansatz des Fragmentarischen Forschens: Ausgewählte Positionen des Digitalen Humanismus und ausgewählte AI-Literacy-Konzeptionen werden zunächst als theoretische Fragmente in ihrer jeweiligen Eigenlogik rekonstruiert und anschließend miteinander konfrontiert. Ziel ist es, in dieser Konfrontation einerseits theoretische Spannungsfelder und andererseits mögliche Anknüpfungspunkte sichtbar zu machen.
Der Vortrag gibt den Status quo des Projekts wieder und stellt die bisherigen Überlegungen zur Diskussion.
Das Kolloquium ist intern und nicht für externe Gäste geöffnet.